Bereits vor der offiziellen Feier zum Baustart in Thalwil am See, von Mitte März, wurden im Bereich des zukünftigen Einlaufbauwerks, wo die Hochwasserspitzen der Sihl zukünftig in den Entlastungsstollen einfliessen werden, die ersten Vorbereitungsarbeiten ausgeführt.

Nach Rodungen von Wald und Uferbewuchs sind mit aufwändigen  Pressvortrieben unter der Bahnlinie der SZU (Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn) hindurch, oder mit zielgerichteten Spülbohrungen den steilen Uferhang der Sihl hoch, die benötigten Elektro- und Wasseranschlüsse für die Tunnelbaustelle erstellt worden. Eine Wasserversorgungsleitung der umliegenden Dörfer, welche den Baubereich des Stolleneingangs durchquerte, musste umgelegt werden. Die Tunnelbohrmaschine wird in einigen Monaten aus der Baugrube des Einlaufbauwerks an der Sihl starten und in Richtung Zürichsee den Entlastungsstollen auffahren. Dementsprechend wird eine grosse und tiefe Baugrube und entsprechend grosse Versorgungsleistungen mit Strom und Wasser benötigt.

In den nächsten Wochen werden die Spezialtiefbauer auf dem vorbereiteten Baufeld Einzug halten und mit der Erstellung der Baugrubensicherungen beginnen. Um das Wasser der Sihl für die Erstellung von Stollen und Einlaufbauwerk auch in einem Hochwasserfall während der langen Bauzeit fernzuhalten, wird eine massive Fangedammkonstruktion erstellt. Hangseitig müssen rückverankerte oder abgespriesste Spundwandkonstruktionen und Felssicherungen die Aushubtiefen von bis zu 20 Metern abstützen. Als besondere Herausforderung der Baugrubenkonstruktion wird bei der notwendigen Unterquerung der Bahnstrecke eine Hilfsbrücke auf die Stützbauwerke aufgelagert. Die Bahnfahrt von Zürich ins Sihltal führt somit zukünftig direkt über die Baustelle des Einlaufbauwerks.

Im weiteren Verlauf der Bauarbeiten, wenn sich die Tunnelbohrmaschine in Richtung Zürichsee vorkämpft, wird an der Sihl bereits der Bau des Einlaufbauwerks begonnen. Schliesslich wird bis Mitte 2026 an der Austrittsseite des Stollens in Thalwil am Zürichsee das Auslaufbauwerk erstellt, als letztes Element des rund 175 Millionen teuren Projektes.